Guter Umgang mit schlechten Diagnosen

An medizinischen Studien teilnehmen? Mein Pro und Contra

Ich schreibe diese Zeilen in einem, sagen wir, zweckmäßig eingerichteten Zimmer im Patientenhotel einer Uniklinik. Am nächsten Morgen früh werde ich wieder an einer Studie teilnehmen. Lust habe ich keine, Geld gibt es auch nicht. Ich bin trotzdem hier, nachdem ich in den letzten Jahren immer wieder die folgende Liste im Kopf durchgegangen bin.

Pro:

Die Medizin braucht jeden Teilnehmer. Je mehr Leute sich der Forschung anbieten, desto eher kann man auch seltene Krankheiten medikamentös behandeln. Ich bin ja auch den ersten Versuchspersonen dankbar, die sich schon vor Jahren den Untersuchungen hingegeben haben, sodass man heute näher dran ist.

Contra:

Man ist nur eine Nummer. Oft stimmen einfach die Kräfteverhältnisse zwischen Studienteilnehmern und den betreuenden Ärzten nicht. Die einen sind häufig am Boden zerstört und gierig auf jeden Hoffnungsschimmer, der sich auftun könnte. Was sie (also auch ich bei den ersten Versuchen) suchen, ist ein persönliches Erlebnis, das ganz individuell Hoffnung macht.

Auf der anderen Seite stehen aber Ärzte, die eine Studie möglichst anonym und objektivierbar (und damit unmenschlich) halten müssen. Das kann eigentlich nicht gut gehen und den Stress muss man sich als Patient nicht antun.

Mein Fazit:

Ich tue es, wenn ich nach Recherchen den Eintrug habe, dass die Forschung medizinisch Sinn macht und die zu erwartenden Erkenntnisse so groß sind, dass sich der Aufwand lohnt. Hierbei sollte man sich unbedingt auch von Ärzten beraten lassen, denen man vertraut.

Ich tue es, wenn ich emotional so stabil bin, dass es mir nichts ausmacht, wenn erst einmal nichts dabei heraus kommt.

Ich tue es, wenn die Ärzte meine Spielregeln akzeptieren. Das heißt keine Hiobsbotschaften, kein Fachchinesisch, keine Kommentare über meine Leistung.

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