Guter Umgang mit schlechten Diagnosen

Gastbeitrag von Attila Albert – Autor und Coach für Medienprofis

Heute freue ich mich sehr, dass der von mir sehr geschätzte Coach Attila Albert sich bereit erklärt hat, einen Blogbeitrag über große Ziele zu schreiben! Ich wünsche gute Motivation…

Make Bigger Plans

Sicher haben Sie schon einmal eine Pflanze umgetopft. Wenn Sie es das nächste Mal tun, achten Sie genau darauf, was Sie tun: Es steckt eine Lektion für Ihr Leben darin!

Sie setzen die Pflanze in ein größeres Gefäß, damit sie wachsen kann. Noch ist es zu groß, und Sie riskieren durch das Umsetzen, dass sie in der neuen Erde nicht so gedeiht wie erhofft. Aber es muss sein: Sie braucht Platz, um größer zu werden.

Bleibt sie im alten, derzeit noch passenden Topf, wird sie dagegen langsam verkümmern und am Ende wahrscheinlich sogar eingehen.

Genau so ist es mit Ihrem Leben. Sie können alles so lassen, wie es ist. Dann leben Sie sicher, werden aber langsam absterben. Oder Sie machen einen großen Plan: Das ist ein wenig beängstigend, gleichzeitig aber aufregend und die Chance, zu wachsen!

Ein Beispiel aus meinem eigenen Leben

Im letzten Juni hatte ich beschlossen, 15 Kilo abzunehmen – mit besserer Ernährung und Laufen. Schon nach drei Monaten hatte ich einen großen Teil meines Zieles erreicht, und ich merkte, dass mich die Lust verlässt.

Mein Gefühl sagte mir: Wenn ich mir nicht eine größere Aufgabe suche, werde ich bald aufgeben und wieder zurückfallen. Mein Plan war mir zu klein geworden, keine Herausforderung mehr.

Ich musste mir etwas suchen, dass für mich eigentlich viel zu groß war. Ich meldete mich im September für meinen ersten Marathon an, der schon vier Monate später stattfinden würde. Auf einmal war ich unter Druck.

Ich habe mit Begeisterung – und durchaus vielen Zweifeln – fünfmal die Woche trainiert, die Zeit bis zum Start drängte. Und dann bin ich die 42,195 km gelaufen – bis ins Ziel.

Was war passiert? Ich habe einen wirklich großen Plan gemacht, der auch das Risiko des Scheiterns beinhaltet. Er hat mich aber motiviert (und auch ein wenig gezwungen), mehr zu tun, als ich normalerweise tun würde. Mit Erfolg!

Gesagt wird häufig, man müsse nur seine Komfortzone verlassen. Daran glaube ich nicht. Wer will das schon? Mir gefällt die Idee besser, die eigene Komfortzone zu vergrößern. Das klingt gut – anspruchsvoll, aber doch angenehm.

Wie vergröße ich meine Komfortzone? Wie mache ich größere Pläne? Der wichtigste Schritt ist: Weg mit den Begrenzungen, auch “Ausreden” genannt.

  • Ausreden-Klassiker 1: “Kein Geld.” Beim näheren Ansehen stimmt das fast nie. Rechnen Sie genau durch, was Sie für Ihren Plan wirklich brauchen. Oft ist der Betrag, wenn es konkret wird, erstaunlich niedrig. Wo könnten Sie es hernehmen, wo können Sie sparen?

  • Ausrede-Klassiker 2: “Keine Zeit”. Schon der Fakt, dass wir alle 24 Stunden zur Verfügung haben, zeigt, dass das nicht stimmt. Wie beim Geld gilt: Ermitteln Sie den genauen Bedarf, planen Sie (Tages- und Wochenplan) und sehen Sie, wo Sie anderswo Zeit einsparen können.

  • Ausreden-Klassiker 3: “Es ist zu spät.” Gerade im mittleren Alter (45 bis 55 Jahre) ist die Versuchung gross, “die paar Jahre” bis zur Rente absitzen zu wollen. Ich empfehle: Denken Sie so, als würden Sie 100 Jahre alt werden – mit dieser Sicht können Sie glatt noch einen neuen Beruf lernen, wenn Sie wollen. Sie haben die Hälfte Ihres Lebens noch vor sich!

Machen Sie Ihre Pläne so groß, dass Sie wachsen müssen. Wenn Sie Ihren Platz im Leben gemütlich ausfüllen, ist es Zeit, sich einen neuen Topf zu suchen. Sie werden sich strecken, Sie werden kämpfen – und sich wieder jung und stark fühlen!

 

Attila Albert (geb. 1972) ist Autor und Coach für Medienprofis. Er lebt in Potsdam und Zürich. Website: attilaalbert.de

 

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