Guter Umgang mit schlechten Diagnosen

Die Yoga/Meditation-Challenge (Tag 14)

Es ist zum Ins-Meditier-Kissen-Beißen: Mein Gehirn ist ein überdrehter Showmaster auf Speed, der mich ständig zu unterhalten versucht.

Mein Hirn hält immer noch nicht die Klappe

Nur auf den eigenen Atem zu achten ist wirklich schwer, wenn man so ein permanent plapperndes Gewissen hat wie ich. Ständig wird etwas bewertet („Langweilig! Mach mal was Cooles!“), etwas aus der Vergangenheit hervorgeholt („Damals, in der 8. Klasse, das war peinlich als du…“) oder etwas völlig Unbrauchbares gemeldet („Spür‘ mal dein Ohr, wie das juckt und hier: Der Fuß. Er zuckt. Beachte mich! Beachte mich!“)

Da einfach nicht an Ruhe zu denken ist, habe ich mir Rat bei meiner Mentaltrainerin geholt. Wenn man wie ich in der Gedankenspirale steckt, kann man die Augen öffnen und laut, (aber nur für sich selbst) all das beschreiben, was man sieht. Das Fenster, den Rahmen, den Baum, die Blätter, die Äste, den Penny-Markt, und so weiter.

Was passiert, ist Folgendes: Man holt die Gedanken ins Jetzt. Man beschreibt ja nur, was man gerade sieht. Es ist wichtig, keine Bewertungen vorzunehmen und die Gedanken nicht in die Vergangenheit oder Zukunft abschweifen zu lassen. Ich musste mich also zusammenreißen, die Schönheit des Einkaufsmarktes gegenüber nicht zu bewerten, und auch nicht lange darüber nachzudenken, wie viele Bäume in ein paar Jahren hier noch stehen werden. Nur beschreiben, was ich gerade sehe.

Das hilft in der Tat. Man kann seine Gedanken offenbar immerhin etwas beruhigen, wenn es auch bis zum Schweigen im Kopf noch ein weiter Weg zu sein scheint.

 

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4 Responses to Die Yoga/Meditation-Challenge (Tag 14)

  1. Hi Hendrik,
    versuch mal beim nächsten „Geplapper“ folgendes: stell Dir mal die Frage, welche Farbe der Gedanken hat, den Du gerade hast.
    Und dann etwas später, wenn das Geplapper wieder losgeht, wo kommt der Gedanken her?

    Soweit vorweg: es gibt keine Antwort auf diese Fragen, aber durchbricht die Spirale. Versuchs mal.

    Liebe Grüsse Jochen

  2. Sarah Lange sagt:

    Hey Hendrik,

    ich weiß, wir haben schon länger nichts mehr voneinander gehört, aber ich wollte dich mal wissen lassen, dass ich ziemlich beeindruckt bin davon, wie du mit deiner Krankheit umgehst! Seitdem du bei Facebook angekündigt hast, dass du täglich Yoga machst und meditierst, verfolge ich deinen Blog auch regelmäßig… zwar nicht täglich, aber ich lese dann doch alle Einträge. Und da möchte ich – trotz langem sich-nicht-hören – grad mal so unverschämt sein und fragen: Wo ist Tag 13? *beschwer* Da du am Anfang geschrieben hast, dass du das Ganze öffentlich machst, damit du ja nicht schummeln kannst, will ich hier doch gleich mal deine aufmerksamen Leser vertreten 😉
    Aber ganz egal, ob du am Tag 13 meditiert/Yoga gemacht hast, ich beneide dich für deine Disziplin. Ich hab im letzten Jahr auch mal Yoga gemacht und mir gleich voller Elan eine Matte gekauft, um zu Hause die Übungen nachmachen zu können… joahr, macht sich gut so ne Yoga-Matte in der Ecke. Was mir übrigens geholfen hat für die Konzentration, ohne etwas zu denken, war, dem eigenen Atem zuzuhören und sich darauf zu konzentrieren, wo man den Atemzug gerade spürt (während der Yoga-Stunden, wie gesagt, das Vorhaben für zu Hause hat sich ja nicht so richtig verwirklicht). Aber den Tip kennst du sicherlich schon…

    Also, ich drück dir die Daumen für’s weitere Durchhalten und hoffe, der Zähneputz-Effekt stellt sich tatsächlich ein.

    Viele Grüße und alles Gute!
    Sarah

    P.S. Macht es eigentlich einen Unterschied für dich (Geldtechnisch), auf welchem Weg ich mir dein Buch besorge?

    • Hi Sarah, schön von dir zu hören und danke für das tolle Feedback. Ich dachte, ich kann hier einfach so einen Post auslassen, aber weit gefehlt. 😉

      Ich gelobe Besserung und werde gleich mal alle Tipps ausprobieren!

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