Guter Umgang mit schlechten Diagnosen

Die Yoga/Meditation-Challenge (Tag 31)

Es ist vollbracht. Ich habe einen Monat lang jeden Morgen Yoga gemacht und abends meditiert. Hier kommt mein Fazit.

Was kann man schon in vier Wochen schaffen? Eine Menge: Den ersten Schritt!

Um es vorweg zu nehmen: Ich bin noch nicht geheilt. Schade eigentlich. Wenn es so einfach gewesen wäre, vier Wochen als Anfänger zu meditieren – ich hätte die Überraschung gerne angenommen. Aber einiges ist durchaus passiert:

  • Ich nehme meinen Körper viel bewusster wahr. Auch Muskelkater, blaue Flecken, Kopfschmerzen. Sich den unangenehmen Gefühlen zu stellen und nicht reflexartig auszuweichen macht einen sehr stark.
  • Ich habe weniger Angst und Sorgen. Ich habe gelernt, diese Gedanken zu erkennen, aber nicht von ihnen eingenommen zu werden. Sehr befreiend.
  • Ich bin dankbarer. Wirklich! Wenn man abends den Tag noch einmal durchgeht, merkt man, wie großartig das Leben ist.
  • Ich tue vieles bewusster. Allein, wenn man nur die Gerüche morgens auf dem Weg zur Arbeit ganz bewusst wahrnimmt, oder in der Pause zwischen zwei Meetings ganz bewusst auf den Straßenlärm hört, atmet das Gehirn auf. Das ist sehr erfrischend.

Einiges ist auch nicht passiert:

  • Mein Gehirn hat noch nicht gelernt, zu schweigen. Es brabbelt mich im Prinzip ungehindert voll und lacht hämisch über meine zaghaften Beruhigungsversuche.
  • Ich kann noch nicht auf Knopfdruck entspannen. Nicht mal auf sanfte Bitte. Entspannung ist bei mir immer noch Tagesform und Glückssache.

Kleine Veränderungen, große Wirkung

Ich hätte das Meditieren fast abgebrochen. Es war umständlich, es war unangenehm und es war nichts Besonderes passiert. Das Meditieren wurde für mich nach zwei Wochen frustrierend. Die Lösung kam mir vor wenigen Tagen und war letztendlich simpel: Ich habe mir einfach weniger vorgenommen. Ich habe nichts mehr erwartet und meine Position von der anstrengenden Zen-Haltung in ein bequemes Sitzen geändert. Besser dabei bleiben, als in der vermeintlich richtigen Position mit versteiftem Rücken entnervt aufgeben, habe ich mir gesagt.

Es hat mir auch sehr geholfen, zuerst mit kurzen Zeiten anzufangen. 5 Minuten, irgendwann dann 10 Minuten, inzwischen 20. So habe ich die Lust daran behalten.

Außerdem war der Zeitpunkt für mich wichtig. Direkt nach dem aufstehen funktioniert meditieren bei mir ganz gut. Abends kam ich allerdings nicht so gut zur Ruhe. Ich habe dann ausprobiert, direkt nach der Arbeit zu meditieren. Das sorgt dafür, dass der Tag eine richtige Zäsur bekommt. Man geht den Tag noch einmal durch, und dann ist Feierabend.

Was den Kopf beruhigt

Gerade in den letzten Tagen habe ich wirksame Methoden gefunden, um meinen Geist wenigstens etwas zu beruhigen. Wenn man sich auf das Riechen und Hören der Umgebung konzentriert und ganz einlässt, ist man automatisch im Hier und Jetzt. Denn diese Sinneseindrücke wirken nur im Augenblick. Das klingt sehr simpel und das ist es auch.

Eine weitere tolle Methode, die ich für mich entdeckt habe, ist der sogenannte „Body Scan“ (zum Beispiel beschrieben bei Kabat-Zinn). Hierbei durchwandert man den gesamten Körper in kleinsten Schritten und versucht, eine Empfindung wahrzunehmen. Vielleicht Wärme im kleinen Zeh, ein Kribbeln im Ohrläppchen, egal. Hauptsache schön der Reihe nach. Das beruhigt wirklich sehr, ist aber nicht ganz einfach.

Yoga – alleine gut, in der Gruppe wunderbar

Ich kann mir nicht vorstellen, dass meinen Nachbarn meine Yoga-Versuche verborgen geblieben sind. Zu lustig muss mein Sonnengruß eigentlich über die Straße hinweg ausgesehen haben. Es ist mir aber auch fast egal. Ich mache Yoga jetzt hauptsächlich für mich und lerne, besser auf meinen Körper zu hören. Ich spüre noch weder meine Hacke am Po, noch komme ich mit mehr als den Fingerspitzen bei gestreckten Beinen auf den Boden – egal. Ich bilde mir ein, dass es in Millimetern voran geht. In meiner Vorstellung bin ich auf jeden Fall schon ein eleganter, durchtrainierter Yogi.

Die Vorstellung habe ich also schon mal. Der Rest kommt mit der Zeit und mit der Trainerin.

Fazit

Da ist ganz schön was in Gang gekommen. Ich bleibe also dran und mache für mich weiter. Ich habe mir extra eine edle Yoga-Matte gekauft. Vielleicht hat ja jemand Lust bekommen, meine Challenge nachzumachen.

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