Guter Umgang mit schlechten Diagnosen

Reframing – Die Kunst der zwei Wahrheiten

Ich möchte heute aus gegebenem Anlass zwei Versionen des heutigen Morgens erzählen

Wahrheit 1: Ich bin im Bad gestürzt; das Leben ist ungerecht.

6:30 Uhr, nicht mein Tag. Ich steige noch verpeilt in die Dusche und bin zu faul, meine Haare richtig auszuwaschen. Es läuft mir beim Raussteigen Shampoo in die Augen und ich muss die Augen zukneifen. Alles kommt zusammen, ich Idiot verliere natürlich auch noch die Balance. Ich rutsche also mit dem Standbein weg und schlage mit der Schulter auf die Kante der Badewanne und falle auf die Hüfte. Das Leben ist ungerecht. Die Schulter hat eine große Schürfwunde und die Hüfte ist geprellt. – Ständig verletze ich mich und habe es schwerer als die meisten anderen.

Das ist wahr.

Wahrheit 2: Ich hatte einen Schutzengel; das Leben ist schön.

6:30 Uhr, ich habe es wieder geschafft, früh aufzustehen. In der Dusche bin ich ausnahmsweise zu hastig, sodass mir Seife in die Augen läuft. Das konnte nicht gut gehen, da ich ohne Orientierung der Augen so gut wie keine Balance habe. Obwohl ich mit dem Standbein wegrutsche, passiert meinen Kopf nichts, weil ich wieder gute Reflexe habe. Habe ich ein Glück, das waren nur Millimeter zur Steinkante der Badewanne. Ich kühle meine Schulter und darf ohne Schaden weiterleben. Ich gehe shoppen zur Feier des Tages.

Das ist auch wahr.

Reframing („Umdeutung“) – Eine andere Wahrheit

Immer, wenn mir ein Rückschlag widerfährt, übe ich mich im Reframing, einer Technik aus der Psychologie und dem Mentaltraining, in der das Geschehene in einen neuen Kontext eingebunden wird. Es geht nicht darum, sich etwas vor zu machen, sondern darum, das „Unglück“ in einen neuen Zusammenhang zu setzen, sodass man das Positive im Fokus behält.

Das war für mich rund um den letzten Fußbruch Gold wert: Streng genommen hatte ich nur dadurch Zeit, ein eBook herauszubringen und diesen Blog zu starten. Noch dazu war es Sommer und ich habe auch als Ostfriese auf dem Balkon wenigstens mal ein bisschen Farbe bekommen.

One Response to Reframing – Die Kunst der zwei Wahrheiten

  1. Ganz ehrlich Hendrik: Du machst es genau richtig. Natürlich kann man sich immer selbst bedauern, sich eine Menge negativer Gedanken machen und evtl sogar neidisch auf andere sein – allerdings bringt einen das Null weiter. Im Gegenteil. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass einen positives Denken (und Handeln) wesentlich weiter bringt. Klar gibt es immer wieder mal Rückschläge, aber davon darf man sich nicht vom richtige Weg (den Du gehst) abbringen lassen. Du bist ein Vorbild. Mach weiter so! Toi toi toi :-)

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