Guter Umgang mit schlechten Diagnosen
20 Tage Gedanken steuern (4/20) Versuch heute: keine Schmerzen

20 Tage Gedanken steuern (4/20) Versuch heute: keine Schmerzen

Um es vorweg zu sagen: Das konnte nicht klappen, aber versuchen wollte ich es trotzdem. Aber der Reihe nach:

Jammern hilft nicht

Ich denke, ich hätte durchaus Gründe zu jammern. Zwar ist eine neurologische Krankheit nicht schmerzhaft an sich, aber durch meine Gleichgewichtsprobleme nehme ich eigentlich alle Hindernisse mit, die es im Alltag so gibt. Unbedrängt und überraschend für meine Mitmenschen stürze ich dann in der Regel spektakulär irgendwo runter. Ich bin also immer für eine überraschende Bewegung und für eine Auflockerung durch eine Slapstick-Einlage gut.

Heute morgen bin ich meinen Körper mal durchgegangen nach Wehwehchen durch meine Stunts. Wir hätten da einen gestauchten Zeh, Innenband-Riss im rechten Knie, eine geprellte Hüfte, einen nicht verheilten Bruch in der linken Hand, eine überdehnte Schulter und einen gezerrten Nacken.

Aber: Ich weiß dass das Jammern darüber nichts bringt und ich habe heute ausprobiert, den Schmerzen weniger Beachtung zu schenken.

Ein Tag ohne Schmerzen?

Jeder kennt dazu sicherlich ermutigende Situationen aus dem eigenen Leben. Man quetscht sich einen Finger ein und jault kurz auf. Wenn man darauf hin nicht abgelenkt wird, steigert man sich immer mehr hinein und der Schmerz nimmt zu. Muss man aber kurz darauf dringend ans Telefon, scheint der Schmerz sofort „vergessen“.

Auch bei Kindern kann man dies beobachten: nachdem sie hingefallen sind, schauen sie erst einmal zur Mutter. Ist die Mutter entspannt, ist auch der Schmerz nicht so groß. Das bedeutet, es kommt durchaus darauf an, wie viel Aufmerksamkeit man dem Schmerz schenkt. Ich habe also heute versucht, diese Aufmerksamkeit zu reduzieren.

Der erste Schritt

Ich gebe zu, dass ich heute erst einmal nicht weiter gekommen bin, als den Schmerz wahrzunehmen. Das erscheint mir erst einmal der erste Schritt. Losgeworden bin ich ihn nicht, aber ich habe immerhin aufgehört, reflexartig zu stöhnen, sondern die Signale meines Körpers erst einmal einfach nur angenommen.

Das Gute an Schmerzen

Das Gute an Schmerzen? Nix. Aber: Sie zeigen, dass man was riskiert. Dass man das Leben fordert und wieder aufsteht. Dass es weitergeht und der Körper sich wieder heilen kann.

Das ist eine schöne Erkenntnis an einem sonnigen Sonntag Abend.

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