Guter Umgang mit schlechten Diagnosen

20 Tage Gedanken steuern (11/20) Versuch heute: Kein Ärger

So, es geht weiter. Nachdem ich erst einmal wegen eines wuchtigen privaten Events mit meiner Challenge pausiert habe, kommt nun die nächste Folge. In meinem Streben nach mehr Gesundheit, versuche ich 20 Tage lang negative Gedanken erst zu erkennen und dann loszuwerden.

Alles, um mehr gedanklichen Freiraum für Heilung zu haben. Heute wollte ich mich nicht ärgern. Warum? Weil es nichts bringt. Man flucht, zetert und beißt in den Tisch und ändern tut das gar nichts. Ich dachte mir, diese Energie wollte ich mir heute sparen.

Heute gab es viel zu üben

Als hätte ich es hinaufbeschworen, gab es heute viele Gelegenheiten zu üben, mich nicht zu ärgern. Zunächst bin ich mit meinem Wagen mitten in eine Großdemo gekommen. Keinen Zentimeter ging es voran. Um mich Rettungswagen und Wasserwerfer. Ich habe kurz überlegt, ob ich mir ein Pferd der Reiterstaffel klaue, aber meine Phantasie brach schon ab beim Aufsteigen auf das Pferd.

Ich habe brav 2,5 Stunden bei schönstem Wetter im Auto gesessen und war nicht wütend. Dafür alle anderen. Hoch rote Köpfe schrieen sich aus Cabrios an, Verzweifelte hupten als letzte in der Blechlawine und ich habe einfach die Sonne genossen. Das klappte noch ganz gut.

Baumärkte und ich

Dann irgendwann drang ich durch zur Gartenabteilung eines Baumarktes. Hier werde ich generell nicht ernst genommen. Auf den ersten Blick sehen Heimwerker und Profis, dass ich gerade mal einen Hammer von einer Säge unterscheiden kann, sonst aber nix. „Ich brauche so ein Ding.., dass einen… so da dran… dass das nicht abfällt!“ – in Baumärkten habe ich stets akute Wortfindungsstörungen. Ich habe das hämische Grinsen und die Kindersprache („Da brauchst du aber einen gaaaanz großes Scharnier“) weggesteckt und mich nicht aufgeregt. Ich schob raus und fand mich gar nicht schlecht.

Rollsplit und ich

Vor der Fahrertür bin ich dann mal wieder unvermittelt umgeknickt. Das alleine wäre aber ja langweilig. Ich stürze also mit meinem weißen T-Shirt auf den Rollsplit, schürfe mit meinen Händen auf dem Boden entlang und lasse (Und das ist ebenfalls kein Witz!) den Autoschlüssel in einen Gulli fallen.

Ich rappele mich schnell wieder auf. Hat keiner gesehen. Die Hände brennen, der Knöchel zieht, meine Laune ist ok. Nicht aufregen.

Möglichst ungesehen hebe ich den Gulli an. Wiederholen wir das laut. Das MUSS jeder gesehen haben. Egal. Ich liege auf dem Parkplatz eines Baumarktes auf dem Bauch und wühle im Matsch mit blutigen Händen.

Eines Tages werde ich darüber lachen. Aber immerhin: Ich habe mich tatsächlich nicht aufgeregt.

Kommentieren