Guter Umgang mit schlechten Diagnosen
20 Tage Gedanken steuern (14/20) Versuch heute: Keine Angst.

20 Tage Gedanken steuern (14/20) Versuch heute: Keine Angst.

Was für ein Tag für mich. Innere Dialoge, Angst, Schweiß, Triumph…

Ich bemühe mich zur Zeit negative Gedanken konsequent loszuwerden, um mehr Freiraum für gesunde Gedanken zu haben und schneller gesund zu werden. Dafür widme ich mich der Reihe nach den verschiedenen negativen Gedanken in mir.

Guter Umgang mit der Angst

Sie ist überall und sie ist ein ganz mieser Ratgeber. Die Angst tarnt sich als Beschützer und schlägt mir immer wieder eine Abkürzung oder eine Erleichterung vor. Ich laufe ungeschickt. Es sieht in der Regel so aus als würde ich unvermittelt zu einem Song mit einem schrägen Takt tanzen, nur um danach wieder normal weiter zu schlurfen. Deshalb stehe ich zum Beispiel nicht gerade auf Spazieren gehen. Das ist für mich nur mittelmäßig erbaulich dabei mitunter ausgelacht zu werden. Außerdem ist es ja auch nicht ganz ungefährlich. Ich habe mir auch schon in völlig ungefährlichen Situationen durch Ungeschicklichkeiten Sehnen gerissen und Knochen gebrochen und daher: Ja, ich habe viel Angst.

Da wäre es doch nur ratsam statt mit dem Fahrrad zu fahren, zu Hause zu bleiben, oder wenigstens ein Taxi zu nehmen.

Das ist eine Sackgasse. Denn nach diesem Schonen ist mein Radius dessen was ich mich traue, immer kleiner.

Nach Verletzungen und Rückschlägen

Das Schlimmste an meinen Verletzungen ist keineswegs der Schmerz, sondern zu wissen, dass ich bald wieder mehr Angst überwinden muss.

Heute war es soweit. Ich wusste, eines Tages würde ich nach meinem Fußbruch und nach der Verletzung am Innenband wieder Fahrrad fahren können. Tagelang flüsterte mir die Angst aber ins Ohr: „Heute lieber noch nicht. Schau mal, es ist nass. Morgen wäre es sicherer.“ usw. Heute musste ich mir mit Mentaltraining zehn Mal am Küchentisch vorstellen, wie ich sicher auf das Fahrrad steige und losfahre, bevor ich überhaupt den Entschluss gefasst hatte. Schon an der Haustür, war die Angst wieder da und ich kehrte direkt um. Es ist nass, windig, meine Frau nimmt vielleicht eh ein Taxi, dachte ich.

Aber es musste gehen. Ich habe mir gesagt, egal wie lange es dauert, egal wie viele Stops ich einlege, egal wie es aussieht, ich fahre heute wieder mit dem Fahrrad zur S-Bahn. Ich habe geschwitzt wie ein Schwein und die ganze Zeit vor Angst geschlottert. Mit der Technik, die negativen Gedanken aus dem Kopf „zu pusten“ war es heute nicht getan. Ich habe Klopftechniken gegen Lampenfieber genutzt, visualisiert und erfolglos versucht meinen Atem zu beruhigen.

Aber: Es ging. Egal wie es aussah, ich habe es getan.

Wachstum geht nur an den Grenzen

Mann, hatte ich eine breite Brust danach. Ein phantastisches Gefühl, es gewagt zu haben. Die Rennen gegen einen selbst sind eben die schwersten, aber die Siege sind auch am süßesten. Auf die Angst zu hören, verkleinert den eigenen Radius immer weiter, dahin zu gehen, wo die Angst ist, vergrößert den Radius. Das ist wirklich sehr zum Nachmachen empfohlen.

Ein guter Tag.

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