Guter Umgang mit schlechten Diagnosen
Neue Challenge: 21 Tage Gehirn trainieren – dahin gehen, wo es weh tut (1/21)

Neue Challenge: 21 Tage Gehirn trainieren – dahin gehen, wo es weh tut (1/21)

Tipps zu geben ist viel leichter, als es selber richtig zu machen. Ich habe zwar (auch in meinem Buch) immer wieder betont, dass jeder an seine Grenzen gehen sollte, aber ich habe meine Grenzen ehrlich gesagt auch seit längerem nicht mehr ausgetestet. Ich habe im Fitness-Studio in den letzten Wochen vor allem auf Beach-Body trainiert. Sieht irgendwann zwar schick aus, hilft gesundheitlich aber leider gar nicht. Ich wurde immer ungeschickter und lief schlechter.

Tatsächlich habe ich meinen inneren Grenzen also eher aus der Ferne gewunken. Aber das wird jetzt anders, ich gehe dahin, wo es weh tut: Ich trainiere jeden Morgen mein Gleichgewicht, obwohl ich dazu wirklich null Bock habe.

Gehirn trainieren – warum?

Ich habe so ein miserables Gleichgewichtsgefühl, weil ich neurologische Schwierigkeiten habe. Auf gut Deutsch: Die „Telefonleitung“ der Nerven vom Gehirn zu den Füßen ist defekt. Während also normalerweise da Kommandos durchschießen wie: „So fühlt sich der Boden an“ oder „hier muss der nächste Schritt am besten hin“, kommt bei mir manchmal sozusagen nur Knacksen wie im Funkloch und der nächste Schritt geht schief.

Das kann man aber trainieren. Auf einem Bein stehen, Wackelbrett, Jonglieren, Augenbewegungen, Rückwärtsgehen und so weiter. Dadurch werden die Stellen im Gehirn gereizt und trotz defekter Nerven kriegt das Gehirn die Aufforderung: „Rückwärtsgehen brauchen wir, kümmere dich darum!“ 

Das Tolle ist, das Gehirn kann so gut wie alles immer lernen. Auch wieder lernen. Die Fachleute nennen das neuronale Plastizität. Auf gut Deutsch: Die Anpassungsfähigkeit der Zellen im Gehirn. Ich weiß das eigentlich, aber wenn man immer dämlich dabei aussieht, macht es halt keinen Spaß und ich könnte mir durchaus Schöneres vorstellen, als den Tag mit Peinlichkeiten zu beginnen.

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Dahin gehen, wo es weh tut

Ich habe eine Menge Ausreden parat, warum das zusätzliche morgendliche Programm nicht sein muss. Mein innerer Schweinehund hat nämlich so gar keinen Bock auf Übungen, bei denen ich komisch aussehe und die ich nicht kann. Seine Favoriten sind:

„Das haben wir doch schon einmal 20 Minuten ausprobiert, das hat keinen Effekt“,

Ausschlafen ist auch gesund“ und der Klassiker

Ich bin gar nicht überzeugt, dass das was helfen kann.“ Innere Widerstände sind aber leider oft ein sehr gutes Zeichen dafür, dass man das Richtige tut und am Ende wachsen wird.

Warum 21 Tage?

Es dauert, sagen Experten, etwa 21 Tage, bis das Gehirn etwas als neue Gewohnheit gespeichert hat. Darum muss man leider 21 Tage sich durchbeißen gegen alle inneren Quengeleien des Schweinehundes und sich zwingen. Danach soll Ruhe sein und die neue Gewohnheit soll etabliert sein, wie etwa das Zähneputzen. Also beim morgendlichen Meditieren hat das auf jeden Fall bei mir gestimmt.

Heute morgen habe ich losgelegt. Elegant sah ich nicht aus, aber auf einem Sonntag Morgen sieht einen ja auch niemand.

Bei der Recherche fand ich einen äußerst lesenswerten Artikel zum Thema Gewohnheiten ändern von Katrin Zeug für ZEIT Online.

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