Guter Umgang mit schlechten Diagnosen

Wenn man ganz unten ist: Jetzt zum Beispiel

Eins vorweg: Ich veröffentliche diesen Post zeitversetzt. Es geht mir wieder gut.

Ach wäre das doch schön, diesen Blog immer als leichtfüßiger Sieger zu schreiben. Gebräunt von den Strahlen des Erfolges im Kampf für mehr Gesundheit. Aber so ist es leider nicht. Ich bin auch mal unten. Keine Lust mehr zu kämpfen und keine Ideen mehr für neue Ansätze gegen eine seltene neurologische Krankheit. Jetzt zum Beispiel.

Eine Stufe, ein Bordstein, eine Gartenmauer

In den letzten zwei Wochen habe ich körperlich immer weiter abgebaut. Ständige Stürze, schwere Glieder, ungeschickt wie ein Sturzbetrunkener. Gerade habe ich mir das Blut vom Kopf gewischt nach einer Platzwunde, die ich durch einen Sturz an die Gartenmauer bekam.

Alles ist gerade scheiße. Und ich weiß nicht einmal, warum. Das Wetter ist gleich, meine Ernährung ist gleich, mein Sport ist gleich… Doch irgendwie ist alles anders.

Der eigene Coach

Ich denke, ich kann ganz gut andere motivieren und ich kann auch ganz gut andere wieder aufbauen. Nur für mich selber kann ich das nicht. Mir fallen keine Tipps ein und die Zweifel sind immer lauter als meine eigenen Ratschläge, die ich mir gebe. Aber dennoch habe ich einen Weg gefunden, einen Weg aus diesem unerklärlichen, schwarzen Loch:

Ich habe überlegt, was ich als Coach einem Spieler raten würde, wenn er in einem Formtief steckt. Es klingt seltsam, aber es funktioniert. Anderen Tipps geben, ist oft viel leichter, als sich selber. Also, was würde ich als Coach sagen?

Zuerst einmal: Ruhig bleiben. Das gehört dazu. Du bist nun einmal keine Maschine und als Mensch hat man nun einmal Aufs und Abs.

Wir machen jetzt ganz unaufgeregt die Routinen weiter, von denen wir wissen, dass sie dir gut tun. Yoga, Meditieren, Musik machen.

Du solltest jetzt bewusst entspannen und etwas anderes machen. Wenn es gerade motorisch nicht läuft, machen wir etwas für die Musik oder so.

Und am wichtigsten

Das wird schon wieder. Mach dich nicht verrückt.

Selbst-Hilfe funktioniert

Es hat mir geholfen. Leider kommt man nicht mit einem Big Bang wieder aus der Torte und macht weiter wie früher, aber Schritt für Schritt geht es wieder aufwärts.

So ist das Leben nun mal. Hat mir mein Coach zumindest gesagt.

2 Responses to Wenn man ganz unten ist: Jetzt zum Beispiel

  1. Mo sagt:

    Um einen „Sieg“ zu schätzen muss man erst einmal richtig „verlieren“. Im Taijiquan heißt es nicht umsonst ins Verlieren investieren…
    10 mal Hinfallen, aber dafür 11 mal Aufstehen mein Freund:)

    Gruss
    Mo

  2. Natalie sagt:

    Ich hab gelesen. Und weiß, deine Schritte bringen viel. Und wenn Du mal an Mut verlierst, könntest Du vielleicht auch mal buchstabieren ? Deinen Namen ? Ihren Namen ? Meinen Namen ? Das lenkt ab, macht konzentrierter, erinnert an sich selber, an die Menschen, die man mag… .
    B u c h s t a b i e r e n …:-)…. ?

    Ich denke an Dich. Besonders an Weihnachten, weil Du dann in der Stadt bist, weil der Felix von Dir erzählt, wie auch jetzt, an unserem Tisch sitzend.

    Natalie.

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