Guter Umgang mit schlechten Diagnosen
Die Zeit anhalten. Mein Wochenende Zen-Meditation

Die Zeit anhalten. Mein Wochenende Zen-Meditation

Ich dachte „So schwer wird das schon nicht sein“. Ein Wochenende meditieren. Schließlich meditiere ich seit 2 Jahren fast jeden Tag 10 Minuten.

Falsch. Es ist schwer. Und grandios. Aber der Reihe nach. Ich bekam die „ZEN Leadership“ Akademie von Zen-Meister Hinnerk Polenski empfohlen.

Dieser ist seit vielen Jahren dafür bekannt, die östliche Philosophie des japanischen Zen auf unsere westliche Welt zu übertragen. Neben Vorteilen für Führungsaufgaben und Produktivität im Job, kann man auch gesundheitliche Vorteile erkennen. Ich war also angefixt.

Sitzen, sehr viel sitzen

Der Kurs geht von Freitag Nachmittag bis Sonntag Mittag auf einer Insel am Chiemsee in Süddeutschland. Es gibt Vorträge und Unterricht im Meditieren und ansonsten wird gesessen. Viel gesessen. 25 Minuten, dann 5 Minuten Pause, dann weiter sitzen.

Ich dachte ich kann das, aber ich fühlte mich so an meine ersten Meditationserfahrungen erinnert. 10 Minuten kann ich still sitzen, dann kommt der Schweinehund als laute Stimme in meinem Kopf: „Was soll das hier bringen? Wie soll dir das denn bei einer seltenen Krankheit helfen? Du könntest einfach aufstehen, keiner hindert dich!“ 

Durch das Gesabbel und das Gejammer im Kopf

Es ist wirklich schwer vorstellbar, was mein Gehirn alles produziert, wenn es eigentlich gerade still sein soll. Aber als ich die ersten Einheiten hinter mir hatte, hat sich der Schweinehund beleidigt getrollt. Dann kamen die Schmerzen. Nun, man macht bei der Zen-Meditation keine gefährlichen Verrenkungen, aber man sitzt in relativ strenger Haltung mit freiem Rücken und angewinkelten Knien unter einer Sitzbank. Das tut weh, wenn man ansonsten Schreibtischtäter ist, wie ich.

Das wurde uns aber vorher erklärt: Es geht darum, den Schmerz zu beobachten und ihm nicht nachzugeben. Gar nicht so einfach, aber wenn man das durchhält…

Stille

Stille. Freiheit. Glück. Bei mir war es Samstag gegen 9 Uhr so weit. Da hatte ich schon eine Teezeremonie, ein Gang an frischer Luft, Frühstück und 2 Stunden Meditation hinter mir. Da war mein Hirn zum ersten Mal ruhig. Ein beflügelndes Gefühl. Dann kann man die Zeit anhalten. Man hört, sieht und fühlt intensiver und die Zeit vergeht einfach nicht. Herrlich.

Wie gehts weiter?

Die positiven Auswirkungen des Meditieren auf die Gesundheit und die Entwicklung des Gehirns sind mittlerweile gut belegt. Die Voraussetzung aber ist tägliches Trainieren. Und zwar länger als meine 10 Minütchen. Ich verlängere jetzt jeden Tag um eine Minute, bis ich auf 30 Minuten bin. Dann gewöhne ich mich erst mal daran.

Ich werde berichten.

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