Guter Umgang mit schlechten Diagnosen

Die Mut-Challenge, dem Drachen entgegen (1/21)

Es ist wieder Zeit für eine Challenge. Ich habe erneut im Buch von Scilla Elworthy gestöbert und bin erneut an der gleichen Stelle hängen geblieben.

Sie beschreibt das Zugehen auf die eigenen Ängste als Zugehen auf einen inneren Drachen, der in den Klauen einen großen Schatz hält.

Immer da, selten gut

Mit einer seltenen neurologischen Krankheit wie bei mir, umgibt einen die Angst., Sie lauert hinter jeder Stufe, krallt sich in meine Muskeln bei jedem lauten Geräusch und sie hindert mich oft an riskanten Manövern. Das ist mal gut und oft schlecht.

Ich will üben mutig zu sein, denn  ich vermute, es wird leichter, sich den eigenen Ängsten zu stellen, wenn man es regelmäßig tut.

Pöbelei und eine Idee

Gestern war ein guter Anlass. Es hatte leicht genieselt, aber ich war trotzdem auf das Fahrrad gestiegen. Vom Café nach Hause. Um mich herum spüre ich die Blicke der Passanten und Gäste an den Straßentischen. Wackeliges Aufsteigen, durchatmen. Der erste Tritt, ich rutsche von der Pedale und stürze der länge nach auf die Straße. Neben meinem Aufprall höre ich die entsetzten Laute der Leute um mich herum.

Als ich mich mit dem Fahrrad wieder aufrappelle, stürmt ein Mann auf mich zu: „Sie dürfeen nicht fahren! Sie sind ja völlig betrunken!“ Ich koche sofort, will aber ruhig bleiben. „Sehen Sie den Gehstock auf dem Gepäckträger?“ Er glaubt mir nicht, es folgt eine hitzige Diskussion. Wir dampfen in entgegengesetzte Richtungen ab und ich überlege, mein Fahrrad schiebend, was ich tun kann. Das Rad anschließen, morgen holen? Mit dem Rad in die S-bahn? Nach hauss laufen?

Nach 200 Metern hatte ich mich etwas beruhigt. Dieser Typ durfte mir keine Angst machen. Regen auch nicht.

Also in behutsamen Etappen den Heimweg wieder auf dem Fahrrad angetreten. Es lief ab da ok. Zu Hause ein Schrei aus Wut und Stolz.

Jetzt mache ich daraus eine Challenge. So hat dieser Idiot doch seinen guten Effekt in meinem Leben gehabt.

21 Tage mutig sein – Let’s do it.

Kommentieren