Guter Umgang mit schlechten Diagnosen
3 Tipps zum Überwinden von Formtiefs

3 Tipps zum Überwinden von Formtiefs

Ich habe gerade das, was man im Basketball einen „gebrauchten Tag“ („used day“) nennt: Ein Formtief. So will ich dort wieder raus.

Es lief alles ganz gut, meine Motorik wurde besser, die Dosis meiner neuen Mittel besser eingestellt und ich war fit. Dann: Das erste Kratzen im Hals. Ich wollte es nicht beachten und habe alles weitergemacht wie immer. Dann wurde ich schlapp und meine Knochen taten weh. Ich habe immer noch nichts verändert. Als dann die Halsschmerzen so richtig da waren und die Nase lief, war klar: Ich bin krank. Alles halb so wild, „Männergrippe!“ rufen meine Kolleginnen immer, aber ich musste eine Pause einlegen.

Der Körper drückt die Pause-Taste

Was folgte, waren die besagten „gebrauchten Tage“. Wichtige Termine vergessen, Müdigkeitsschauer, sehr ungeschickt und alle positiven Effekte der Medikamente wie weggewischt. Es war zum Davonlaufen. Nichts ging mehr, alles auf Anfang.

Ich wünschte, ich wäre bei solchen Phasen souveräner, aber die folgenden Tipps habe ich erst nach einer Woche wieder beherzigt und tatsächlich, es geht wieder bergauf.

1. Routinen aufbauen und üben

Jeder Morgen läuft bei mir gleich ab: Aufstehen, direkt auf die Meditationsbank, grüner Tee, Sport, Tagebuch schreiben, Tag planen, frühstücken. Dies hat mir immens geholfen. Egal, wie laut der innere Schweinehund mosert und zetert, ich ziehe das Programm durch. Das ist wichtig, weil ich weiß: Auch wenn der Rest des Tages daneben geht, das Intro des Tages bestand nur aus wichtigen Tätigkeiten, über die nicht verhandelt wird.

Übrigens: Erst nach 21 Tagen haben sich durch Verhaltensänderungen wirklich auch neue Gewohnheiten etabliert, also 21 Tage lang muss man etwas neues wiederholen, ohne Ausnahme. Dann aber hilft die Routine einem über jedes Formtief.

2. Vergessen üben

Den besten Sportlern wird nachgesagt, dass sie ein extrem kurzes Gedächtnis für verpatzte Wettkämpfe haben. Gestern hat irgendwas nicht geklappt? Sch* drauf. Lieber nach vorne schauen und den Gehirnschmalz darauf verwenden. Ich habe das gezielte Vergessen oft mit meiner Mentaltrainerin geübt. Jeder muss da seinen eigenen Weg finden, aber ich schaffe das beim Meditieren. Kommt der Gedanke an meinen Sturz im Büro gestern, zucke ich leicht mit den Schultern und sage mir „Sch* drauf, weiter geht’s!“

(Ich glaube tibetanische Mönche würden das so nicht machen, aber bei mir funktioniert’s)

3. Den Blick heben, langfristig denken

Nehmen wir an, ich bin irgendwann wieder ganz gesund. Wird diese Woche, in der alles schief ging, wichtig sein? Nö. Wenn ich mich in meinem eigenen mentalen Sumpf suhle, dann immer, weil ich nur von gestern bis heute denke. Also krame ich wie jeden Morgen wieder die großen Visionen raus: Joggen am Strand, Urlaubskoffer tragen, Mountainbike fahren usw. Eine meiner ersten Chefinnen fragte immer:

„Wird das in einem Jahr wichtig sein?“

Eine gebrauchte Woche? Nö. Völlig unwichtig. Weitermachen? Definitiv wichtig.

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