Guter Umgang mit schlechten Diagnosen
Warum hohe Ziele stecken? Von Gummis und vom Joggen

Warum hohe Ziele stecken? Von Gummis und vom Joggen

Ich hatte in den vergangenen Wochen eine Reihe von interessanten Gesprächen zu diesem Thema, von denen ich hier berichten möchte.

Zum Hintergrund: Ich habe mir sehr hohe persönliche; körperliche Ziele gesteckt. Ich will beispielsweise irgendwann wieder Basketball spielen. Sehe ich zur Zeit so aus? Wohl kaum. Ich weiß das sehr wohl, doch trotzdem nehme ich mir das jeden Morgen wieder vor. Ich habe ein Jahresziel, eins für das Quartal, für die Woche, ja sogar für jeden einzelnen Tag.

Jetzt werde ich öfter gefragt:

Ist das nicht demotivierend? Jeden Tag wieder zu sehen, dass man noch weit weg ist?

Im Gegenteil.

Von Kindern lernen

Etwas unbedingt zu wollen, setzt erst Kräfte frei, die man nie für möglich halten würde. Fahrrad fahren lernen ist dafür ein großartiges Beispiel. Jeder hat es irgendwie als Kind gelernt, aber niemand hat es als Kind verstanden. Kein Kind macht erst einmal eine rationale Analyse der eigenen Fähigkeiten, wägt die Risiken ab und überlegt, wie es an das Thema am besten rangeht.

Kids sehen andere beim Fahrradfahren und sagen sich:

Das will ich auch. UNBEDINGT.

Und daraufhin findet der Körper schon einen Weg. Alles Spannende im Leben lernt man so: Tanzen, Sport, Sprachen, Schwimmen… Nichts davon hat man verstanden, bevor man es kann.

Der Wille ist ein Muskel

Der Wille ist viel wichtiger als alles andere. Und der Wille ist ein Muskel, den man trainieren muss und genau das tue ich mit meiner morgendlichen Routine. Ich habe für mich erkannt: Hohe Ziele sind wie ein Gummi, das man spannt. Je großartiger und weiter weg das Ziel, desto mehr zieht es mich zu sich.

Wenn ich nur das Ziel hätte, nächste Woche ganz annehmbar zu gehen, käme ich morgens nicht mal aus dem Bett, so lahm finde ich das. Da spannt überhaupt nichts.

Ich will aber UNBEDINGT eines Tages wieder am Strand joggen! Unbedingt. Das ist ein Ziel, das gleichermaßen weit weg, wie auch umwerfend attraktiv für mich ist. Das Gummi spannt.

Also stelle ich es mir jeden Morgen wieder vor und trainiere meinen Willen: Ich werde am Strand joggen. Schon in dieser Woche? Wohl nicht. Aber ich sehe es vor mir, ich spüre den Sand, ich rieche das Meer.

Ich. Werde. Joggen.

Und das Gummi spannt…

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