Guter Umgang mit schlechten Diagnosen
Was mir Zen-Meditation zeigt

Was mir Zen-Meditation zeigt

Gerade mit einer seltenen neurologischen Erkrankung kann Meditation ein wichtiges Mittel zu mehr Gesundheit sein

Vorgeschichte

Ich habe mir bereits vor einiger Zeit mühsam eine Routine in Sachen Meditation erarbeitet. Erst 3 Minuten morgens, dann 5, dann 15 usw. bis ich irgendwann bei 25 Minuten war. Das war ein harter Weg und eigentlich habe ich einfach drauf los „gesessen und geschwiegen“. Ich habe zwar Bücher darüber gelesen, eine richtige Methode hatte ich aber nicht. Bis ich zum ersten Mal beim Zen-Meister Hinnerk Polenski war, etwa vor einem Jahr.

Der Zen-Weg

Es gibt wohl tausende Arten zu meditieren und alle haben bestimmt ihre Berechtigung und ihren Nutzen. Zen-Meditation ist recht streng und klar reglementiert. Jeder Schritt im Raum ist durchdacht, man weiß immer, welche Bewegung wann kommt und welche Glocke heißt: „Ab jetzt nicht mehr bewegen“. Noch dazu wird in den Pausen beim Essen geschwiegen.

Hier ist Zazen, die Sitzmeditation beschrieben.

Das klingt militärisch und so wirkt es zuerst auch. Ich habe das aber als sehr befreiend erlebt. Man hat den Kopf immer frei für seine Gedanken und muss sich nicht damit beschäftigen wann was passiert, oder sich gar Themen für einen Small Talk beim Essen zurechtlegen.

Wie geht das?

Es ist super leicht und super schwer zugleich: Sitzen, nicht bewegen, den Atem beobachten. Das ist es.

Nun, nicht ganz denn eigentlich passiert folgendes:

Sitzen, nicht bewegen, den Atem beobachten, versuchen nicht zu kratzen, die Schmerzen im Knie verfluchen, heimlich die Nachbarn beobachten, wieder versuchen den Atem zu beobachten, Jucken auf dem Kopf spüren, den Atem… an die Arbeit denken, ein bisschen nach links rutschen, den Atem… die Gedanken verfluchen, Auf das Bimmeln hoffen, ganz leise seufzen.

Was bringt das?

Letzte Woche war ich zum zweiten Mal im Zen-Kloster in Bayern. Tiefster Schnee hüllte das Wochenende in Watte. Herrlich. Und ich komme voran: Tatsächlich kann ich inzwischen viel besser auf meine Körpersignale hören, weiß wann ich Ruhe und wann ich Bewegung brauche. Auch gelingt es mir immer öfter, ungute Gedankenspiralen zu durchbrechen und meinen Geist wieder auf mein Ziel zu fokussieren: Gesund werden.

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