Guter Umgang mit schlechten Diagnosen
Wieder fast auf den Beinen – Was ich dieses Mal gelernt habe

Wieder fast auf den Beinen – Was ich dieses Mal gelernt habe

Nach meinem letzten Sturz in Frankfurt bin ich so langsam wieder auf den Beinen. Folgendes habe ich in den Wochen gelernt:

 Körpergefühl besser als Diagnosen

Schon im völlig überfüllten Wartebereich des Krankenhauses habe ich genau in meinen Körper hereingehorcht. Welche Bewegungen tun weh, wie genau fühlt sich der Schmerz an? Ich wusste irgendwie schneller Bescheid, als der Arzt und das Röntgengerät. Unser Gespräch lief etwa so:

„Guten Tag, was denken Sie, ist passiert?“

„Ich tippe Muskelfaserriss und Reizung der Kapsel.“

„Woher wissen Sie das so genau?“

„Ich bin zwar Laie, aber ich bin oft gefallen und kenne mich mittlerweile ganz gut aus.“

„Wir röntgen mal, ob was gebrochen ist.“

„Ok, aber dann würde ich wohl nicht zu entspannt hier rumliegen, sondern vor Schmerz brüllen.“

„Auch wieder wahr“

Mein Gefühl erwies sich als korrekt.

Selbstheilungkräfte besser als Medzin

Natürlich war ich in den kommenden Tagen bei Nachuntersuchungen. Medizinisch unsinnig. Eigentlich sagte der Arzt nur: Schonen, Schmerzmittel nehmen, Spritzen gegen Thrombose nehmen, wiederkommen. Was er eigentlich sagte war:

„Das bekommt ihr Körper alleine wieder hin. Machen Sie sich keine Sorgen. Wir wissen aber nichts, das besser als die Selbstheilungskräfte des Körpers sind.“

Hat er leider so nicht gesagt, stelle ich mir aber gerne vor.

Ein Rollstuhl

Direkt nach dem Unfall rollte ich auf meinem Bürostuhl durch die Wohnung, denn ein Rollstuhl war für mich absolut indiskutabel, denn das schien mir ein düsterer Vorbote auf meine Zukunft zu sein, den ich partout nicht sehen wollte. Der Bürostuhl aber war laut und wackelig und irgendwie auch nicht richtig würdevoll.

Mit einem großen Seufzer und einem trockenen Schlucken habe ich mir dann einen Rollstuhl liefern lassen. Während mein Kopf noch zwischen Resignation und Beschwichtigung hin und her pendelte, klopfte mein 3-jähriger Neffe an der Tür und quietschte vor Vergnügen. Für ihn war das einfach ein sehr großes BobbyCar, auf dem wir sogar zu Zweit sitzen konnten.

Auch eine Betrachtungsweise. Sehr befreiend.

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