Guter Umgang mit schlechten Diagnosen
7 Wochen out of order – Dankbarkeit?!

7 Wochen out of order – Dankbarkeit?!

Nach meinem heftigen Sturz mit Fußbruch, Krankenhausaufenthalt und 5 Wochen im Rollstuhl in der eigenen Wohnung bin ich heute zum ersten Mal wieder auf eigene Faust nach draußen gegangen.

Natürlich war das ein erhabenes Gefühl, wieder auf eigenen Beinen zu stehen, aber ich bin auch sehr demütig geworden, was mein Körper jeden Tag so leistet. Ständig vollbringen Millionen Zellen Wunderwerke und ich denke nicht mal darüber nach. Also ist das eigentlich ein guter Grund mich in Dankbarkeit zu üben. Warum fällt mir das erst jetzt ein?

Ein tiefes Tal

Ich kann eigentlich gut alleine sein und mich auch ohne Bewegung beschäftigen. Ich kenne viele Meditationstechniken, kenne Mentaltraining, mag Hörbücher und wollte eh mal einiges Lesen aufholen. Warum also sollte Rumliegen im Krankenhaus also ein Problem sein? Das Ding war: Es ging einfach nicht. Ständig kommt jemand rein und macht igendwas im Zimmer (zusätzlich zu den Zimmernachbarn). Meine Lieblings-Situation war, als ich endlich fühlte, dass mein Trauerklos im Hals sich löste, als die Frage erklang „Entschuldigung, wollen Sie morgen lieber Brokkoli oder Spätzle?“ – Ich dachte, ich drehe durch.

Ich würde gerne berichten können, dass ich einfach auf innere Höchstleistung umgeschaltet habe und sehr inspiriert durch die Zeit ging -oder eher: rumlag. Das war aber leider nicht so. Die meiste Zeit, las ich irgendwas und schlug die Zeit tot.

Eine kraftvolle Frage

Jetzt sitze ich auf dem Sofa und habe gerade eine sehr kraftvolle Frage im Tagebuch beantwortet, die sofort einen Stimmungsumschwung bei mir bewirken kann, auch wenn sie erst meist nervt:

Wafür kann ich gerade dankbar sein?

Hier meine Liste für die Zeit im Krankenhaus:

  1. Ich konnte von einem erstklassigen Gesundheitswesen profitieren
  2. Die Ärzte waren super
  3. Die Krankenschwestern waren super
  4. Ich habe eine wahnsinnig starke Frau, die mich unterstützt hat
  5. Der Beziehung zu meiner Tochter hat diese Auszeit nichts anhaben können
  6. Ich habe großartige Freunde und Familie, die mich besucht haben
  7. Meine Kolleginnen und Kollegen haben mich bedingungslos unterstützt
  8. Ich lag im warmen Zimmer, als daußen Schnee und Eis wütete
  9. In meinem sterilen Kokon konnte mir die Grippewelle nichts anhaben
  10. Ich habe eine Idee für ein neues Buch bekommen

Jetzt fühle ich mich schon besser.

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