Guter Umgang mit schlechten Diagnosen

Endlich da: Die (echten) Pillen

Was für ein Ritt. Erst gefreut, dann drohte die Teilnahme zu platzen, dann eine Genesung, die fast unmöglich war, dann die Enttäuschung über ausbleibende Besserungen. Ich habe nachgerechnet: Es waren 400 Tage, an denen ich mir immer wieder gesagt habe: „Eines Tages ist der 15. Mai 2019 und ich kriege die echten Tabletten.“ Jetzt war er da.

Kein Triumphmarsch

Irgendwie hätten die Engel singen sollen. Ich habe keinen Regenbogen gesehen und hatte auch keine mystische Erscheinung. Das hatte ich mir aber anders vorgestellt. Ich hatte gehofft, dass diese schmerzhafte, lange, dunkle Zeit irgendwie mit einem Feuerwerk der Gefühle endet, aber nix. Nicht mal Puff.

Ein Schulmediziner ist ein Schulmediziner ist ein Schulmeiziner

„Ob die Mittel helfen, weiß man nicht“

„Ob Sie ein Placebo hatten, wissen wir nicht“

„Es gibt noch keine garantierte Heilung“

Ja, schön. Ist alles juristisch richtig, aber emotional falsch. Ich wäre da gerne anders losgelassen worden. Zur Not mit „Ab jetzt sieht es rosig aus für Sie“ (Definiere rosig. Wäre mir egal gewesen)

Unterm Strich

Ich habe, was ich wollte: Die echten Pillen. Das erste vielversprechende Medikament. Große Hoffnung in kleinen Flaschen.

Am Flughafen in Frankfurt überkam es mich dann. Die Tränen flossen über lachende Wangen, der Blick verwischt aus Stolz und Trauer.

Ich habe zu einem Hip Hop Beat auf den Ohren dann mir alles von der Seele gerappt. Ich kam mit dem Schreiben fast nicht hinterher. Es floss einfach aus mir raus. „Das Boarding, die Boeing, die Berge – die Scham, die Scheu, die Schwere….“

Vielleicht veröffentliche ich das irgendwann.

2 Responses to Endlich da: Die (echten) Pillen

  1. Michelle sagt:

    Hallo Hendrik

    Wow endlich gibt es ein Licht im Tunnel.
    Wie lange geht die Studie mit dem neuen Medikament, oder besser gesagt gibt es erfolge? Würde mich sehr interessieren.
    Besten Dank und ganz viel Kraft auf deinem Weg.

    Grüsse aus der Schweiz, Michelle

    • Hi Michelle, also diese Anschlussphase geht sicher schnell, aber das heißt in diesem Fall 2 bis 2 einhalb Jahre, bis das Mittel entweder zugelassen wird oder es eingestellt wird. Bis lang darf ich noch nicht von den Erfahrungen anderer wissen, halte aber natürlich gerne auf dem Laufenden!

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