Guter Umgang mit schlechten Diagnosen

Wie es mir geht? Was weiß ich…

Jetzt habe ich endlich die langersehnten Medikamente und natürlich analysiere ich irgendwie jeden Schritt, jeden Griff und fast ständig meine Sprache. Beim Gehen, greifen und sprechen. Wirklich anstrengend. Aber ich will unbedingt wissen, ob die Pillen wirklich wirken zumal ich davon ausgehe, bei der vorausgegangenen Studie ein Placebo bekommen zu haben. Anfangs hatte ich sporadische Momente der Besserung, aber eher nur für mich sichtbar. Dann wurde es turbulent.

Aufwärts – keiner bewegt sich!

Vor 2 Wochen war es soweit. Die ersten Verbesserungen, gut sichtbar, auch von außen. Kollegen sprachen mich an und auch mehrere Menschen, die mich länger nicht gesehen hatten. Ich konnte mein Glück kaum fassen, aber ich hatte das gleiche Gefühl. Ich war geschickter, lief schneller und hatte große Lust mich zu bewegen. Man hatte mir gesagt, das Medikament solle in 12 Wochen die Verschlechterung eines Jahres zurückdrehen. Das kam in etwa hin. Ich war fitter als vor einem Jahr, dessen war ich mir sicher. Mein absolutes Highlight kam von meiner Tochter, als sie zwischen meiner Frau und mir an der Hand lief: „Papa, nicht so schnell!“

Selbstverständlich war das ein toller Moment, aber wenn ich ehrlich bin, weiß ich gar nicht, warum er jetzt kam. Ich erschrak und gab mir selbst das Kommando: „Keiner bewegt sich!“ Ich aß mehr oder weniger das gleiche zur gleichen Uhrzeit in der gleichen Menge. Ich machte die gleichen Meditationen im gleichen Sitz, die gleiche Routine und die gleiche Menge und gleiche Intensität beim Sport. In der Tat blieb es dadurch 6 volle Tage auf dem verbesserten Niveau. Ich weiß, dass die Pillen natürlich nur ein Pixel im Mosaik der Heilung sind, aber irgendwie funktionierte meine Kombination ja. Und darum wollte ich auch nichts verändern.

Und abwärts – Alles wieder auf den Prüfstand

Vor einer Woche brach es dann wieder ein. Wie aus dem Nichts stolperte ich wieder und hatte ein schlechteres Gleichgewichtsgefühl. Ich bekam regelrecht wieder Panik vor einem schwerwiegendem Sturz und riskierte sofort wieder so gut wie nichts.

Und auch bei diesem Moment weiß ich nicht, warum er jetzt kam. Ich habe keine nennenswerten Veränderungen in meinem Leben zu vermerken, ich war konsequent mit meinen Übungen und meiner Ernährung. Keine Ahnung.

Und weiter geht’s

Aber ist nicht mein jetziges „schlechter“ vielleicht „besser“ als mein früheres „gut“? Ach was weiß ich. Vielleicht versuche ich ja auch etwas zu verstehen, was ich nicht verstehen werde.

So, #selbstmitleid aus. Sorry, aber das musste mal raus. Morgen um 5 geht’s wieder weiter. Vielleicht sieht dann alles schon wieder anders aus.

3 Responses to Wie es mir geht? Was weiß ich…

  1. Dagmar Plönes sagt:

    Oh.man,dass hätte ich nicht gedacht!! Ich habe da mal eine Frage? Hast du mal in ffm gelebt?

    Vgr Dagmar aus ffm

  2. ploenes sagt:

    Weil du mal Saxophon?, oder noch immer spielst und weil meine ehemalige Logopädin so jemanden kannte außerdem arbeitest du für h und m.
    Wo hast du denn studiert?

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