Guter Umgang mit schlechten Diagnosen

Corona – eine Zeit für High Tech und no tech zugleich

Zu Hause sein zu müssen ist sie jetzt nicht wirklich das was ich mich für alle Zeiten Wünsche, aber wenn ich mal ganz ehrlich bin : so schlimm ist es für mich nun auch nicht. Wir haben eine tolle Wohnung mit Garten, genug zu essen, und beruflich stürze ich auch nicht ins Leere.

Doch leider hat sich mein Gesundheitszustand im homeoffice in den letzten Wochen tatsächlich verschlechtert. Ich merke, dass die Koordination schwieriger wird und mir das laufen in der Öffentlichkeit fehlt.

Der Körper macht das schon. Eigentlich.

Es zählt zu meinen tiefsten Überzeugungen, dass das Gehirn immer fähig ist sich zu regenerieren und dass der Körper eigentlich immer nach Gesundheit strebt. Manchmal muss man ihn dazu vielleicht nur ein wenig anregen. Mir scheint mir fehlt Moment visuelle Stimulation. Was ich damit meine ist, dass es mir wahrscheinlich im Moment fehlt, auf andere Menschen im Straßenverkehr zu reagieren, auf ungewohnten Wegen und Untergründen wie Beton, Erde, Treppen zu laufen, und andere Bewegungen machen zu müssen, die mein Gehirn stimulieren.

Im homeoffice ist einfach alles gewohnt und vielleicht zu wenig überraschend. Das scheint mir körperlich nicht gut zu tun.

High Tech

Deshalb habe ich mir jetzt eine Reihe von Ideen überlegt, wie ich mit Apps auf dem Smartphone, mir die Stimulation besorge, die ich Moment im Alltag nicht habe.

Da ist mir vor allem um die Gehirnleistung geht, habe ich mich informiert, welche Apps es gibt, um räumliches Wahrnehmungsvermögen, Augenbewegungen, und generell kognitive Leistungen zu trainieren:

Optodrum. Hierbei geht es um eine zugegeben stumpfe Tätigkeit: man starrt auf ein sich immer bewegendes Band aus schwarzen und weißen Streifen. Basketball trainiert wird, sind die sogenannten sackkarren. das sind die ruckartigen Bewegungen der Augen, die eine große Rolle spielen bei der Fähigkeit, das gleich mich zu behalten.

Optodrum. Hierbei geht es um eine zugegeben stumpfe Tätigkeit: man starrt auf ein endlos laufendes Band aus schwarzen und weißen Streifen. Was dabei trainiert wird, sind die sogenannten Sakkaden. Das sind die ruckartigen Bewegungen der Augen, die eine große Rolle spielen bei der Fähigkeit, das Gleichgewicht zu behalten.

Dual-N-back. Dieses Spiel trainiert generell die kognitive Leistungsfähigkeit. Man muss sich merken, welche Quadrate in welcher Reihenfolge aufgeblinkt haben, und welche Buchstaben dabei genannt wurden. Dieses Spiel ist zwei Wochen lang sehr frustrierend, und danach sehr motivierend weil dann plötzlich große Leistungssteigerung kommt. Ich habe bei mir eine bessere Konzentrationsfähigkeit festgestellt, ich kann mir Sachen besser merken, meine Sprache ist flüssiger geworden, und ich bilde mir ein, dass auch mein Gleichgewicht davon profitiert.

Hemistim. Auf diese App bin ich eher zufällig gestoßen. Sie scheint mir eigentlich für Ärzte gemacht, sofern musste ich auf dieses Youtube-Video zurückgreifen um zu verstehen, wie es funktioniert. (Und so ganz habe ich es immer noch nicht kapiert). Es ist noch zu früh darüber zu berichten, aber ich werde erzählen wie es mir damit ergeht. Diese App trainiert auf jeden Fall das räumliche Sehen und dieses ist nun einmal sehr entscheidend für die Balance.

Ich muss aber wohl erst einen Neurologen finden, der es mir erklärt…

No Tech

Auf eine gewisse Weise ist diese Zeit zu Hause war für mich auch ein Appell an uns alle, uns mit uns selber zu beschäftigen. Ich weiß, dass man dafür nicht wirklich eine technische Lösung braucht.

Das Meditieren ist für mich zu einer wichtigen Routine geworden, die sich gerade in diesen Zeiten bezahlt macht. Man kann natürlich auch dafür Apps benutzen, und gerade Einsteigern kann es den Einstieg in Meditation tatsächlich leichter machen.

Ich denke da vor allem an Insight timer und ten percent happier. Für mich ist aber einfach das Achten auf den eigenen Atem für 15 minuten eine unheimlich wertvolle Routine geworden, die mich erdet, bevor der Tag losgeht. Das hilft erwiesenermaßen generell auch gesundheitlich und dazu braucht man überhaupt keine Technik, nicht mal Strom.

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