Guter Umgang mit schlechten Diagnosen

Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Jetzt sitze ich hier am Züricher Flughafen und es ist gar nichts los. Ich meine überhaupt gar nichts.

Dann schreibe ich mir doch einfach mal einiges von der Seele, dass dort seit längerem rumliegt.

Durch die seltene Krankheit Friedreich-Ataxie, die mich seit einiger Zeit schon begleitet, bin ich natürlich seit vielen Jahren auf der Suche nach alternativen Heilmethoden.

Die Schulmedizin hat immer noch keine Lösung für mich, auch wenn ich daran glaube, dass diese eigentlich jeden Tag näher kommt.

Mit Händen fuchteln, mit Kräutern wedeln

Man möge es mir glauben: wenn man auf der Suche nach einer alternativen Heilung ist, gibt es nichts, dass es nicht gibt.

Einige Leute haben mir erfolgreich Kräuter angedreht, die in einer bestimmten Weise vor mir hin und her geschwenkt werden mussten, andere wiederum haben mit ihrem bloßen Händen meine Energiefelder korrigiert. Das haben sie zumindest so erklärt, und vor allem auch so berechnet.

Ich bin schon viel zu oft auf sowas reingefallen, einfach weil ich so dringend eine Lösung finden wollte. Und natürlich ist die Vorstellung auch cool, dass jemand jahrelang vergeblich auf die Schulmedizin wartet und dann eine ganz einfache Lösung abseits davon findet.

Die Wahrheit: die Lösung ist nicht einfach

Im Nachhinein sind viele meiner Selbstversuche eigentlich fast lustig naiv gewesen, aber natürlich war auch eine gewisse Verzweiflung mein Antreiber. Mittlerweile ist mir klar geworden, dass Heilung aus ganz vielen verschiedenen Parametern besteht.

Selbstverständlich ist es natürlich gut, sauberes Wasser zu trinken, Vitamine zu essen und die funkwellen Strahlung im Leben zu reduzieren, aber das alleine, reicht wohl nicht.

Wenn ich es mir recht überlege, habe ich einige Freunde, die sich ganz unerträglich ernähren und quasi auf ihrem Handy einschlafen. Sie erfreuen sich aber perfekter Gesundheit.

Eine neue alarmlampe: es ist doch ganz einfach…

Wenn jetzt jemand zu mir sagt es sei doch ganz einfach, renne ich immer sofort weg. Zumindest stelle ich mir das so vor, es ist es wohl eher so, dass ich auf Krücken gemächlich fortschreite. sei es drum. wenn jemand auf mich zukommt, und seine Philosophie von Gesundheit als allgemeingültig und einzig wahres Mittel darstellt, bin ich weg.

Wenn mir ein weißer Kittel eine Pille überreicht mit den gleichen Worten, bin ich allerdings auch weg.

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