Guter Umgang mit schlechten Diagnosen

Das Ende der Studie in Innsbruck – habe ich auf das falsche Pferd gesetzt?

Ich habe vor einigen Wochen eine für mich schwere Entscheidung getroffen. Ich habe die Studie in Innsbruck, die von mir mit so vielen Hoffnungen und Schwierigkeiten verbunden war, für mich beendet. konkret bedeutet das, dass ich einfach an der Anschluss Studie nicht mehr weiter teilnehme, und daher alle Medikamente zurück nach Österreich geschickt habe.

Meine Beweggründe

Es ist ganz simpel: Das Medikament hat bei mir nicht geholfen. Ich habe zwar die objektive Auswertung der neurologischen Untersuchungen der Klinik nicht angeschaut, aber ichbin ja nicht naiv. Es geht mir jetzt nicht besser, als zu Beginn der Studie. Leider eher im Gegenteil. Ich habe dann vernommen, dass die Pharmafirma, die hinter der Studie steckt, keine Zulassung im ersten Versuch bei der amerikanischen Behörde FDA bekommen hat. Die Ergebnisse seien nicht signifikant besser. Das hat ehrlich gesagt meine Hoffnung auf eine Zulassung doch sehr geschmälert. Außerdem halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass erst 2 Jahre nichts passiert und dann das Mittel plötzlich anschlägt und eine Besserung eintritt.

Warum fällt mir das so schwer?

So aufwendig die einzelnen Untersuchungs-Besuche in Innsbruck für mich immer waren, mit der ganzen Reiserei und dem Zeitinvest, so simpel war doch das Ende: eine E-Mail, ein Telefonat, ein Päckchen nach Österreich. Das war’s. Warum also ist mir das eigentlich so schwer gefallen?

Das Ende dieser Studie bedeutet für mich auch ein Eingeständnis, dass ich eventuell auf das falsche Pferd gesetzt habe. Ich habe die erhoffte Verbesserung eben nicht erlebt, aber den Aufwand aber natürlich trotzdem gehabt. Irgendwann war der Punkt erreicht, dass ich einfach immer weiter gemacht habe, weil ich mir nicht eingestehen wollte, dass es nicht den gewünschten Effekt bringt. Es war auf eine gewisse Art für mich emotional zu teuer, aufzuhören.

Was das für die Studie und das Medikament bedeutet

Nichts. Ich war bereits in der freiwilligen Anschlusszeit der Studie, wo man die volle Dosis des Medikaments weiter bekommt, bis es entweder auf dem Markt ist, oder die Studie beendet wird. Meine Daten hat das Unternehmen und wenn das Medikament bei anderen anschlägt, was ich mir von Herzen wünsche, dann wird meine Entscheidung daran keinen Abbruch tun.

Wie ist jetzt für mich weitergeht

Zum Glück habe ich noch relativ kurzer Zeit wieder einen Strohhalm gefunden, an dem ich mich jetzt festhalte. Es gibt ein weiteres Medikament, das bereits für andere Zwecke auf dem Markt ist, was auch in meinem Fall positive Effekte haben soll. Das ist zwar sehr teuer, das werde ich jetzt aber ein paar Wochen lang ausprobieren und dann werden wir sehen, ob es auch mir hilft.

Der unschlagbare Vorteil diesmal ist, dass ich bei dieser selbstgemachten Studie sowohl Studienleiter als auch Studienteilnehmer hin. Ich habe so gut wie keine Fahrtkosten, habe keinen Zeitaufwand und werde mich nach eigenen Maßstäben messen.

Das dürfte zumindest psychologisch sehr viel einfacher sein, hoffentlich hilft es auch meinen Körper.

2 Responses to Das Ende der Studie in Innsbruck – habe ich auf das falsche Pferd gesetzt?

  1. Dagmar Plönes sagt:

    Wir fahren jetzt nach Marburg statt Cuxhaven lg Dagmar

  2. Dagmar Plönes sagt:

    Das tut mir sehr leid für dich mit dem Abbruch deiner Studie in Innsbruck, aber damit ist meine Frage geklärt!!! Was nimmst du jetzt? Lg Dagmar

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