Guter Umgang mit schlechten Diagnosen

Drei Listen gegen dunkle Tage

Es ist kurz nach sechs Uhr morgens, der Kaffee dampft und mein Sohn liegt frisch gewickelt neben mir. Die Weihnachtstage sind gerade vorbei und ich befinde mich in der toten Zeit zwischen den Jahren und lasse ein wenig Revue passieren.

Ich muss zugeben: Ich bin unzufrieden. Vor Allem gegen Ende des Jahres habe ich irgendwie meine Spur verloren und bin etwas aus dem Tritt gekommen. Ich habe es nach dunklen Tagen wieder raus aus meinem Tief geschafft – mit der drei Listen-Technik.

Ich behaupte, es hilft, wenn man sich Ziele in drei verschiedenen Zeithorizonten setzt: sehr kurzfristig, mittelfristig, Lebensziele.

Die erste Liste: heute

Egal was das Ziel ist, immer wieder kann man vom direkten Weg dorthin abkommen. In diesen manchmal nebulösen Momenten (wo ich oft gar nicht so genau sagen kann, was passier ist), oder auch wirklich traurigen Augenblicken, hilft es mir, eine Liste von Dingen anzulegen, die mir auf jeden Fall sofort helfen, mein Leben nicht ganz so schwarz zu sehen:

  1. Guter Kaffee
  2. Frische Luft
  3. Gute Musik
  4. Ein gutes Buch mit aufbauender Aussage oder guten Tipps
  5. Sport, irgendwas, hauptsache ich komme ins Schwitzen

Diese Liste sieht natürlich bei jedem Menschen anders aus, aber ich empfehle sie in guten Zeiten anzulegen. Wenn man gut gelaunt ist und die Stimmung oben, ist es leicht auszumachen, welche Tätigkeiten, oder Dinge, oder was auch immer einem gut tun. Es sollten nur simple Sachen sein, die man komplett in der Kontrolle hat. „Ich fühle mich besser, wenn ich im Lotto gewinne“ gilt nicht. In schlechten Zeiten kann man dann leicht wieder drauf zurückgreifen.

Die dritte Liste: Lebensziele

Ich weiß, dass die Reihenfolge vertauscht ist. Aber ich empfehle, diese Liste als Nächstes zu machen.

An dieser Liste saß ich mehrere Monate. Natürlich verändert sie sich auch mit der Zeit und passt sich dem Leben an. Hier würde ich das aufschreiben, was man am Ende seiner Tage erreicht haben möchte. Das können emotionale, finanzielle, gesundheitliche, oder auch familiäre Ziele sein, die einen aus tiefsten Herzen mit Glück erfüllen.

Dass diese Ziele realistisch sind, ist nicht wichtig. Es wäre sogar besser, wenn sie es nicht sind. Ich habe irgendwo den Spruch gelesen,

„wenn deine Ziele dir keine Angst machen, träum‘ größer“.

Daran halte ich mich. Wenn jemand von außen diese Ziele sieht, würde sie/er vielleicht sagen dass ich größenwahnsinnig bin. Das wäre dann gut so. Das Ziel meiner Ziele ist nicht, dass sie direkt gereicht werden, sondern eher dass sie mich motivieren ein besserer Mensch auf dem Weg dorthin zu werden.

Die zweite Liste: das nächste Quartal

Auch die größte Reise beginnt mit dem ersten… Ja ja, kennen wir alle. Aber da ist schon was dran. Ich finde es immer wieder erleichternd, wenn ich sehe, dass ich im nächsten Quartal nicht alle Ziele auf einmal verfolgen, oder erreichen muss. Sondern vielleicht nur einige davon vornehme und die wirklich konsequent in kleine Schritte unterteile, die ich dann im nächsten Quartal angehen werde.

Fazit

Diese drei Listen haben mir immer wieder aus dunklen Tagen heraus geholfen, so auch wieder in den letzten Tagen. Ich mache diese Listen vor Allem immer gegen Ende eines Jahres und ich empfehle, die Zeit um Silvester wirklich dafür zu nutzen. Wenn diese drei Listen erst einmal angelegt sind, ist es während des Jahres leichter, sie zu verfeinern.

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